Wer ist eigentlich dieser „man“?

 

Wofür ist das „Man“ gut?

 Und warum habe ich diese Frage überhaupt gestellt?

In meinen Seminaren und Coachings kann ich sehr deutlich sehen, wie sehr ein Teilnehmer oder Klient etwas an sich heranlässt, wie sehr er zu sich steht (wie viel Selbstvertrauen er vielleicht auch hat und wie viele Ängste) und vor allem aber auch: Wie sehr ein Mensch bereit ist, sich zu verändern.

Das „Man“ kann man nämlich sehr gut nutzen, wenn man von einer nicht näher definierbaren Gruppe von Menschen spricht. Oder von einfach „irgendwem“.

So ich hier gerade – also einfach irgendwer, der sagt, dass man (also irgendwer oder vielleicht auch alle) dieses Wort nicht benutzten sollte.

Damit ist dieser „Man“ eben auch eine wunderbare Möglichkeit, sich von sich selbst zu dissoziieren. Also quasi „auf Abstand von sich selbst zu gehen“.

 

Ein Gradmesser für die Wirkung

Es gibt Menschen, die sprechen immer von „man“, wenn sie von sich reden. Und wundern sich, dass sie das Gefühl haben, sich selbst nicht richtig zu spüren.

Wer fast nie „ich“ sagt, der meint sich quasi selber gar nicht – und ist gar nicht richtig „bei sich“.

Andere wiederum können sehr gut „ich“ sagen, wenn sie etwas erlebt haben oder etwas von sich erzählen – aber sie schwenken direkt in das „man“, wenn ihnen etwas unangenehm ist, wenn sie von etwas erzählen, das sie nicht akzeptieren möchten oder nicht wahrhaben möchten – und natürlich wenn sie davon sprechen, was man anders machen müsste, könnte, sollte…

Das kann natürlich manchmal auch sehr hilfreich und gewollt sein. Und dann ist es auch okay.

Man ist also immer dann gut, wenn Du Dich selbst nicht zu sehr „einbringen“ möchtest, wenn Du zu etwas ein bisschen auf Abstand gehen möchtest oder etwas möglichst neutral formulieren möchtest.

 

Probier es selbst!

Was passiert, wenn Du in bestimmten Sätzen „man“ und „ich“ mal tauschst?

Man sollte das tun – vs. – Ich sollte das tun

Man kann doch nicht einfach – vs. – Ich kann doch nicht einfach

Man wird doch mal sagen dürfen – vs. – Ich werde doch mal sagen dürfen

In meinem „Flirt & Dating Transformer“ Kurs gebe ich gerne das Beispiel einer Verabredung:

Man könnte sagen: „Man könnte ja mal vielleicht einen Kaffee zusammen trinken!?“

Oder Du könntest sagen: Ich hätte Lust, Dich wiederzusehen. Wie wäre es, wenn wir uns nächste Woche mal auf einen Kaffee treffen!?“

Was spricht Dich mehr an?

Achte doch heute mal drauf, wo Du selbst „man“ benutzt und was passiert, wenn Du es durch „ich“ oder durch bestimmte Personen ersetzt. Und achte auch mal darauf, wann andere um Dich herum das „Man“ benutzen und warum sie es wahrscheinlich tun.

Bestimmt ist das sehr interessant!

Coaching-Tipp:

Wenn Du Dir beispielsweise mehr Selbstvertrauen wünschst, ist es auch ein guter Weg immer öfter „Ich“ zu sagen, anstatt „man“. Denn dann hat Dein Gehirn die Chance zu merken, dass Du Dich meinst und von Dir sprichst und dass Du etwas tun möchtest…

Wenn Du in Deinem Leben etwas ändern möchtest, etwas erreichen oder verbessern möchtest, dann ist der erste Schritt dazu, dass Du Dir selbst das Signal gibst, dass es um DICH geht – nicht um irgendwen.