Was Flirten mit Verkaufen zu tun hat

Liebe

Nina Deißler

Liebe

8. Januar 2017

Kommentar Liebe

2 Kommentare

Wusstest Du, dass Flirten recht viel mit Verkaufen zu tun hat?

Viele Leute, die zu mir kommen, wollen ja eigentlich keinen „Flirtkurs“ machen oder flirten lernen: Sie möchten einfach nur gerne jemanden kennen lernen und trauen sich gerade bei den Menschen, die ihnen am besten gefallen, am allerwenigsten, das zuzugeben oder etwas zu tun, um das Kennenlernen wahrscheinlicher zu machen. Warum eigentlich?

Das große Missverständnis

Geht ein Flirt schief, fühlen viele Menschen sich schlecht. Viele Teilnehmer erzählen mir, sie fühlen sich dann abgelehnt und ihr Selbstwertgefühl würde beschädigt.

Geht es Dir auch so?

Dann lass mich Dich etwas fragen:

Wie kann ein anderer Dich ablehnen, wenn er Dich gar nicht kennt?

Er (oder sie) lehnt nicht Dich ab, sondern nur Dein „Angebot“:

Stell Dir mal vor, Du bist ein Verkäufer und Du hast ein Produkt – nehmen wir mal ein Auto. Dein Job wäre es, ein bestimmtes Auto zu verkaufen. Du weisst selbst ganz genau, dass dieses Auto nicht alles kann und auch nicht für jeden das richtige Auto ist.

(Du würdest zum Beispiel einer Familie mit vier Kindern keinen noch so schicken Sportwagen mit nur 2 Sitzplätzen verkaufen, oder?)

Du hast also zwei Arten von Interessenten:  

  • Leute, deren Bedürfnisse das Auto nicht erfüllen kann.
  • Leute, deren Bedürfnisse das Auto erfüllen könnte.

Deine Aufgabe ist, die einen von den anderen zu unterscheiden – und den letzteren das Auto so schmackhaft zu machen, dass sie dieses Auto bei Dir kaufen (und nicht ein ähnliches woanders).

Richtig?

Wenn jemand dieses Auto nicht gebrauchen kann und nicht kauft, weil es seine Bedürfnisse nicht erfüllt, ist dann das Auto schuld? Oder Du?

Weder noch: Die Person hat eben andere Bedürfnisse – dafür gibt es andere Autos.

Wenn das Auto zwar die Bedürfnisse eines Interessenten erfüllen könnte, er aber dennoch nicht kauft, liegt es vielleicht daran, dass Du als Verkäufer noch besser werden musst. Es liegt also nicht daran, dass Du selbst ein schlechter Mensch oder minderwertig bist – es liegt nur daran, dass Deine Verkaufstechnik noch besser werden könnte.

Du würdest also vermutlich daran arbeiten, Deine „Verkaufstechnik“ zu verbessern, richtig?

Bei vielen Leuten, die zu mir kommen ist es so, dass die bei jedem sagen: „Der will das Auto bestimmt nicht haben“ und dann gar nicht erst hingehen.

Oder sie machen bei jedem potentiellen Interessenten ein so erschrockenes (Huch, ein Kunde!?) oder grimmiges (Was will der von mir!?) Gesicht, so dass selbst der interessierteste Mensch davonläuft und sein Interesse schlagartig verliert….

Andere wiederum gehen auf Interessenten zu und langweilen sie mit technischen Details, Fach-Chinesisch oder Smalltalk zu Tode – oder wirken künstlich, aufgesetzt oder sogar aufdringlich.

Manche erwecken den Eindruck, dass sie dieses Auto unbedingt, jetzt sofort verkaufen müssen: „Bitte. Niemand sonst wollte dieses Auto bisher und ich muss es dringend loswerden!“ (Komm ehrlich, da würdest Du auch nicht wollen, oder???)

Ich denke, Du merkst, worauf ich hinaus will.

Aber genug vom Autovergleich:

 

Beim Flirten bist Du Produkt und Verkäufer!

Beim Flirten geht es im Grund immer darum, auf spielerische Art festzustellen, ob man „einander gebrauchen kann“ – Du bist damit quasi gleichzeitig in mehreren Rollen:

  • Beim Flirt bist Du der Verkäufer
  • …und gleichzeitig das „Produkt“
  • Du bist andererseits aber auch „der Kunde“ des anderen

Es geht also nicht nur darum, den anderen von Dir zu überzeugen – sondern auch darum, festzustellen: Was will ich und was willst Du? Wie bist Du und wie bin ich – und passt das irgendwie zusammen? Können wir was miteinander anfangen?

Wenn es nicht gelingt, weisst Du entweder, dass der andere nicht das will, was Du „anbietest“ oder dass Du an Deiner „Verkaufstechnik“ noch arbeiten musst.

Ein misslungener Flirt bedeutet nicht, dass Du nichts wert bist oder dass mit Dir etwas nicht in Ordnung ist: Er sagt Dir nur dass Du entweder für den anderen nicht „das Richtige“ bist oder dass Du ein „besserer Verkäufer“ werden musst.

Und das wirst Du nie, wenn Du Dich nicht traust, besser zu werden!

Stell Dir doch nochmal das Autobeispiel vor – wie würdest Du besser werden? Doch nicht, indem Du wochenlang nicht zur Arbeit erscheinst oder Dich jedes mal unter den Schreibtisch duckst, wenn ein Kunde reinkommt, oder?

 

Ein Korb ist nie persönlich gemeint

Bei einem misslungenen Flirt-Angebot brauchst Du einen Korb nie persönlich nehmen, denn Dein Gegenüber weiss ja nicht, was genau er da eigentlich ablehnt – es gibt so viele Gründe, warum Dein „Angebot nicht ankommt“. Es kann an der „Präsentation“ liegen aber auch zum Beispiel am falschen Zeitpunkt:

Sicher bist Du auch nicht immer zu einem Flirt aufgelegt, oder? Wenn jemand gerade richtig schlechte Laune hat, wenn er unter Druck steht, wenn er bereits in einer Beziehung ist, schlimmen Liebeskummer hat, in Sorge um jemanden ist…. dann ist ein Flirt einfach gerade nicht das Richtige.

Es muss also noch nicht einmal etwas mit Dir zu tun haben.

Nimm einen Korb daher nie als Kränkung wahr – sondern akzeptiere, dass Du nicht jedem gefallen kannst und nimm es allenfalls als Feedback, dass Du daran arbeiten kannst, Dich „besser zu verkaufen“.

Wenn Du immer dasselbe machst – und immer dasselbe (schlechte) Ergebnis bekommst, dann probiere etwas anderes!

Männer und Frauen haben oft unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Arten, diese zu kommunizieren. Es gibt jedoch – genau wie im Verkauf – auch beim Kennenlernen und Flirten, einfache „Methoden“, um einen guten Kontakt zum Gegenüber herzustellen und Spaß dabei zu haben.

Flirten lernen – geht das überhaupt?

Lust auf eine Verkaufstraining?

Nutze die Gelegenheit für den nächsten Termin in Hamburg oder Frankfurt – das wird mit Sicherheit Dein Leben verändern!

Im April 2020 spreche ich übrigens über Flirten & Verkaufen auf dem „Erfolgreich Selbständig Kongress“ in der Schweiz: