„Nina, wo finde ich einen Partner, wenn ich….“

Diese Frage wird mir von Männern und Frauen immer wieder gestellt (ich bleibe jetzt mal bei der Bezeichnung „Partner“, damit es sich einfacher lesen lässt – aber es meint stets Partner oder Partnerin). Die „Bedingungen“, die ich häufig höre, sind:

Wo finde ich einen Partner,

  • wenn ich auf dem Land lebe?
  • der noch Kinder will?
  • Wo finde ich einen Partner, der akzeptiert, dass ich keine Kinder will?
  • wenn ich über 30 / 40 / 50 / 60 bin?
  • wenn ich kein Online Dating machen will?
  • der zu mir passt?

Die Antwort ist ebenso einfach wie nutzlos: Überall – und nirgends.

Und das hat mit Dir zu tun.

Aber auch mit der Art, wie wir gelernt haben, zu leben:

 

Wo finde ich einen passenden Partner?

Vielleicht ist das die falsche Frage?

Lass mich ein kleines bisschen ausholen, um zu erklären, was ich meine:

Partnersuche während der Corona-Zeit scheint schwieriger zu sein – vielleicht ist sie aber auch nur „relevanter“, weil vielen Singles bewusster wird, dass es schön wäre, einen Partner bzw. eine Partnerin zu haben? Viele Menschen ohne Partner bemerken während der Kontakteinschränkungen und der Schließungen vieler Freizeit- und Kultureinrichtungen, wie alleine sie tatsächlich sind, wenn das, was sie sonst tun, nicht mehr stattfinden kann.

Die Frage „Wo finde ich einen Partner“ deutet hier in eine ähnliche Richtung:

Viele Menschen suchen nach „sicheren“ oder doch wenigstens „vielversprechenden“ Orten, an denen es wahrscheinlich ist, dass sie jemanden kennenlernen können, der eine Beziehung eingehen möchte.

Doch der Grund, warum das so relevant ist, hat damit zu tun, dass uns viel fehlt, dass wir uns von einer Partnerschaft erhoffen.

  • Zuwendung
  • Vertrautheit
  • Zärtlichkeit
  • Intimität
  • Nähe
  • Sex
  • Offenheit
  • Herzlichkeit
  • Sicherheit
  • Angenommen-sein
  • Verstanden werden
  • Sich öffnen können
  • Authentizität
  • Freude
  • Verbundenheit
  • und noch vieles mehr – und natürlich: Liebe

Die Liste der Emotionen und Zustände, nach denen wir uns sehnen, ist bei vielen Menschen lang. Der Druck – auch auf den potentiellen Partner – daher groß. Und deshalb die Chancen meist eher klein.

Ein „männliches Problem“:

Studien zeigen, dass vor allem Männer sehr unter dieser Art von „emotionaler Unterversorgung“ leiden, da in männlichen Freundeskreisen öfter als unter Frauen die Vertrautheit und Herzlichkeit fehlt.

Ein „weibliches Problem“:

Frauen leiden auch heute noch häufig darunter, dass sie das Gefühl haben, als Frau auch daran „gemessen“ zu werden, ob sie einen Mann (bei sich) „halten“ können.

Ein gesellschaftliches Problem:

Die Gesellschaft scheint auch im 21. Jahrhundert noch zu glauben, in einer Beziehung zu sein, sei „richtig“ – und Single zu sein, sei irgendwie „falsch“ und ein Zustand, der behoben werden müsste. Und das, obwohl wir heute andere Prioritäten und Bedürfnisse – und auch andere Möglichkeiten haben.

Vielleicht wundert es Dich, dass ausgerechnet ich das schreibe, wo es doch offenbar mein „Geschäft“ ist, Menschen dabei zu unterstützen, einen Partner zu finden?

Ich sage Dir gerne, warum:

Tatsächlich geht es mir in erster Linie nicht darum, dass jeder Mensch einen Partner findet. Sonst wäre ich vielleicht als „Partnervermittlerin“ tätig – und nicht als Singlecoach / Beziehungscoach für Singles.

Ich habe bemerkt, dass „Single“ zu sein – und das über einen längeren Zeitraum (oder immer und immer wieder) – meistens nur ein Symptom für etwas anderes ist.

Ungewollt Single zu sein, kann ein Symptom sein für
  • Zu wenig „echtes“ Selbstvertrauen und Selbstachtung: Selbstvertrauen das nicht auf Deinen Leistungen und Deiner Karriere beruht.
  • Zu viel Fokus auf Deinen Beruf und Deine Karriere: Hey, das ist toll – aber was nützt Dir das, wenn Du Deine Erfolge mit niemandem teilen kannst und die Wochenenden zur Erholung von der Arbeit verpennst?
  • Kontakt-Armut im Alltag: Du hast nie gelernt, mit Deiner Umgebung in Kontakt zu sein und verstehst auch den Sinn davon nicht.
  • Schamgefühle: Dir wurde vermittelt, dass jemanden interessant zu finden, peinlich sei.
  • Ein „gebrochenes Herz“: Du hast jemandem vertraut und wurdest enttäuscht – Deine Angst vor neuem Schmerz ist größer als dein Mut – und auch als Dein „Lernwille“.
  • Ein „feindliches“ Männer- bzw. Frauenbild: Evtl. hast Du gelernt, dass dem von Dir präferierten Geschlecht nicht zu trauen ist und Du wünschst Dir zwar Liebe, lehnst Dein Gegenüber aber eigentlich grundsätzlich ab.

Dies sind nur sechs Beispiele, die mir in der täglichen Praxis immer wieder begegnen. Und ich weiß aus Erfahrung, dass sie den meisten Betroffenen nicht besonders schmecken.

Wir alle tendieren dazu, uns unsere Lebenssituation erklären zu wollen und zunächst auch zu glauben, es ginge gar nicht anders. Deshalb möchte ich Dir gerne sagen: Niemand kann etwas dafür. Und es ist auch nicht „Deine Schuld“.

 

Was unser eigentliches Problem ist

Unsere Gesellschaft beruht darauf, dass Menschen „gut funktionieren“ im Sinne der Wirtschaft:

Wir alle lernen bereits sehr früh in unserem Leben, dass es wichtig ist, gute Noten zu haben, etwas ordentliches zu lernen und so weiter. Wir lernen, uns mit anderen zu vergleichen – und uns schlecht zu fühlen, wenn wir irgendwo vielleicht nicht mithalten können. Wir lernen aber oft auch, uns schlecht zu fühlen, wenn wir irgendwo tatsächlich sehr viel besser sind…

Was wir nicht lernen:
  • Liebe – was ist das eigentlich, wie entsteht sie? Was ist keine Liebe? Wie erkenne ich das? Wie kann ich selbst lieben?
  • Gefühlsmanagement: Wie gehe ich konstruktiv mit meinen Emotionen um?
  • Ängste: Wie werde ich Ängste los, die mir nicht dienen? (Das geht? Ja!!!)
  • Wie gewinnt und behält man Freunde?
  • Beziehungsführung: Wie führe ich gute Beziehungen – in der Partnerschaft, Familie, Freunde, Arbeit?
  • Wie beende ich einen Konflikt? Und was mache ich, wenn der Konflikt sich nicht lösen lässt?
  • Wie kann ich gute Entscheidungen treffen?
  • Selbstvertrauen: Wie kann ich es schaffen, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken?
  • Was sind Schuldgefühle und wie gehe ich damit um?
  • Sexuelles Gefühlsmanagement: Was bedeutet das, wenn sich meine Libido meldet?
  • Wie finde ich Erfüllung?
  • Was bedeutet Glück und wie wichtig ist das wirklich?
  • Wie gehe ich mit Menschen um, die anders „drauf sind“ als ich (z.B. Introvertiert vs. Extrovertiert)?

Und das sind nur einige der Punkte, die mir spontan einfallen, die allesamt wunderbare Lehrinhalte im Rahmen einer sinnvollen Sozialkunde in der Schule sein könnten.

Stattdessen lehren und lernen wir dort preussischen Gehorsam und ab ca. Klasse 9 viele Dinge, die die meisten Menschen nie wieder in ihrem Leben brauchen werden. Nicht falsch verstehen: Ich finde es wichtig, dass die existierenden Schulfächer Wissen in Mathematik, Chemie, Physik oder auch Literatur, gutes Schreiben etc. vermitteln – selbst wenn man vieles davon später nicht mehr erinnert. Es hilft Schülern dabei, herauszufinden, was ihnen gut liegt und wohin sie sich später im Beruf orientieren möchten.

Aber ginge das nicht auch mit etwas weniger Druck, Konkurrenz und Leid? Und wären die oben genannten Inhalte denn nicht mindestens genau so wichtig?

Das Paradoxon der „modernen Gesellschaft“

Diese Dinge scheinen gesellschaftlich nicht so relevant, weil sie wirtschaftlich nicht relevant sind. Sich darum zu kümmern, ist „Privatsache“. Jeder Mensch muss selber zusehen, wie er mit seinen Beziehungen und seinen Emotionen klar kommt.

Auf der anderen Seite scheint erwartet zu werden, dass wir von ganz alleine darauf kommen, wie man glücklich und zufrieden ist oder wie man die Liebe seines Lebens findet und behält.

Aber wie soll das funktionieren?

Das ist der Grund, warum ich Coach geworden bin.

Anstatt sich zu fragen „Wo finde ich einen passenden Partner?“ gibt es Fragen, die viele meine Teilnehmer sich dringender stellen dürfen:

Findet ein Mensch Antworten auf diese Fragen und setzt sie in seinem Leben um, passieren meistens zwei sehr interessante Dinge:

  1. Das Leben des jeweiligen Menschen wird besser, schöner, lebenswerter. Der Partnerwunsch tritt in den Hintergrund. Er ist zwar noch da – aber nicht im Ansatz so „drängend“ und brennend wie vorher. Das entspannt.
  2. Der Mensch selbst wird zufriedener, glücklicher, selbstbewusster, authentischer. Das macht ihn attraktiver. Und das hat häufig zu Folge, dass potentielle Partner (oder eben Partnerinnen) sich fast wie von alleine einfinden.

 

Wo Du passende Partner/innen treffen kannst:

Auch wenn die meisten Menschen behaupten, dass es zum Online Dating kaum noch eine Alternative gibt:

Bitte mach Dir klar, dass Du Deine/n Traumpartner/in auch kaum online finden wirst, wenn Du nicht gut darin bist, kontaktvoll zu sein und eine Beziehung zu Deinem Gegenüber aufzubauen. Je leichter Dir das fällt, umso einfacher wird es für Dich sein, fast überall Menschen kennen zu lernen, die Potential für eine Partnerschaft bieten.

Tatsächlich ist allerdings die beste Möglichkeit, das zu erreichen: Nicht ausschließlich nach einem potentiellen Partner zu suchen, sondern nach Unterhaltungen, nach einem Lächeln, nach neuen Erfahrungen, nach Geschichten, nach Freundlichkeit… und genau das selbst auch anzubieten.

Und das geht wirklich überall:

  • Im Supermarkt
  • Im Wartezimmer vom Arzt
  • Im Park
  • Bei der Arbeit
  • Im Kiosk / Imbiss um die Ecke
  • In der Bahn
  • …..

Der Anfang ist oft einfach ein Lächeln, ein freundlicher Gedanke, dann ein freundliches Wort… mit irgendwem. Einfach so.

Du wirst überrascht sein, was das mit Dir macht – und auch welche „Langzeitwirkung“ das in Deiner Umgebung hat.

Susanne, eine meiner Coaches in Ausbildung fasste es kürzlich treffend zusammen – sinngemäß: „Wir machen nicht aus unglücklichen Singles über Nacht glückliche Partner: Wir unterstützen Menschen dabei, dass sie vom unglücklichen Single zum glücklichen Single werden können – denn dann bleibt man meistens nicht lange allein.“ 

Aber letztlich habe ich noch etwas ganz konkretes für Dich über das „Wo finde ich…“:

Hier habe ich für Dich 25 Orte zusammengestellt, die vielversprechend sind, um einen passenden Partner zu finden >>>

Nur denk immer daran: Das „Wo“ ist nicht so entscheidend, wie das „Wie“:

Wenn Du nicht flirten kannst, ist es egal, wo Du nicht flirtest… Wenn Du verkrampft und scheu bist oder aufdringlich und unempathisch, wirst Du am besten Ort der Welt – in einem Raum voller bindungswilliger Singles – niemanden kennen lernen.

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