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Mit Ablehnung umgehen Nina Deißler

Mit Ablehnung umgehen

Ein „Nein“ ist kein Grund zum Verzweifeln

Dem Risiko, abgelehnt zu werden, begegnen wir in unserem Alltag permanent. Während einige Ablehnungen gar nicht so schlimm sind, zieht Dir eine gefühlsmäßige Abweisung den Boden unter den Füßen weg.

Du bist verliebt und hast lange mit Dir gerungen, ob Du Deinen Schwarm ansprichst? Du hast allen Mut zusammengenommen, wolltest flirten und das Ergebnis war ein Korb?

Nun hast Du zwei Möglichkeiten, wie Du mit der Ablehnung umgehen kannst:

Gib Dir die Schuld, oder sage Dir, dass es einfach nicht sein sollte – und schiebe den Grund für das Ergebnis aus Deinem Einflussbereich. Menschen, die Abweisungen nicht direkt an ihrer Person festmachen, pflegen einen gesunden Umgang mit der Außenwelt. Dem gegenüber stehen die Menschen, die nach einer Zurückweisung bei sich selbst auf Fehlersuche gehen und sich in Selbstzweifeln verlieren.

Für den richtigen Weg, wie Du ohne emotionale Schäden mit einer Ablehnung umgehen und die Situation kannst, brauchst Du eine konkrete Strategie. Ein wenig Übung ist ebenfalls hilfreich, da Dir der Weg gerade am Anfang wie eine Sackgasse vorkommen kann. Hast Du Deine eigene Strategie entwickelt und sie manifestiert, kannst Du sie in alle Lebensbereiche übernehmen. Denn Ablehnungen werden Dir in der Liebe, auf der Partnersuche und auch im Business immer wieder begegnen.

Der Schmerz abgewiesener Gefühle

Die Ablehnung einer Bewerbung auf einen tollen Job tut weh. Doch dieser Schmerz, der Dich an Deinen Kompetenzen zweifeln lässt, ist kein Vergleich zu dem Schmerz, der mit abgewiesenen Gefühlen einhergeht:

Das erste Date war toll und Du bist fest davon ausgegangen, dass ihr Euch wiedersehen werdet. Doch es herrscht Funkstille. Deine Gedanken kreisen und Du lässt das Treffen mit allen Einzelheiten Revue passieren. Warum meldet er/sie sich nicht? Sollte ich mich melden? Ist ihm etwas passiert? Bin ich nicht gut genug? Tausend Fragen ballen sich über Deinem Kopf wie eine dunkle Wolke zusammen. Das Telefon klingelt nicht und mit jeder verstreichenden Stunde wirst Du unruhiger. Letztendlich greifst Du zum Telefon. Am anderen Ende geht die Mailbox ran und Du legst auf. Die nächsten Tage sind schmerzhaft, Du hast zu nichts Lust und gräbst Dich zu Hause ein.

Warum? Es hilft nichts, Du musst lernen, wie Du mit Ablehnung umgehen kannst und Dich dabei nicht zermürbst.

Wenn er/sie Dich nicht wiedersehen möchte, hat das einen Grund. Aber der muss nicht unbedingt bei Dir liegen! An Deiner Ausstrahlung oder dem, was Dir wichtig ist, liegt es nicht, denn Dein Schwarm wollte ein Date mit Dir. Da Du keine Antwort bekommen wirst, solltest Du die Erfahrung ad acta legen und Dich auf die Zukunft konzentrieren.

Warum empathische Menschen es besonders schwer haben

Emotionale Intelligenz und Empathie sind Fluch und Segen zugleich. Fakt ist, dass empathische Menschen beliebte Gesellschafter und oft der Mittelpunkt einer Gruppe sind. Doch auch mit viel Empathie bist Du nicht vor einer Ablehnung in der Partnerschaft, in der Ehe oder beim Dating gefeit. Und dann wird es schwer, da Du viel feinfühliger als andere Menschen bist und damit auch den Liebeskummer oft stärker empfindest. Selbstmitleid ist die sichtbar schlechteste Reaktion auf das Gefühl, das Dich handlungsunfähig macht und das Dich an Dir selbst zweifeln lässt.

Setze Deine Empathie dazu ein, zu hinterfragen und eine Antwort zu bekommen. Auf diesem Weg wirst Du vielleicht erfahren, dass der Grund für die Ablehnung überhaupt nichts mit Dir zu tun hat. Auch wenn es anders ist, weißt Du nun, woran Du bist und musst Dich nicht länger mit zahlreichen unbeantworteten Fragen beschäftigen.

 

7 Tipps gegen Herzschmerz nach einer Ablehnung

In Herzensangelegenheiten siegen die Emotionen, sodass Du Dir auf den ersten Blick kaum vorstellen kannst, dass Du auch konstruktiv mit einer Ablehnung umgehen kannst. Die Zurückweisung kannst Du nicht ändern, doch Deinen Selbstwert kannst Du erhalten und schützen.

In den folgenden 7 Tipps erfährst Du, wie Du richtig reagierst und perspektivisch lernst, Ablehnungen nicht damit in Verbindung zu bringen, dass Du es nicht wert bist, geliebt und geachtet zu werden. Keine Abweisung sagt etwas über Deine Person aus, selbst dann nicht, wenn Dir Dein Gegenüber im Gespräch eine Schuld zuweisen und die wirklichen Gründe für sein Handeln auslagern möchte.

1. Nimm Zurückweisungen nicht persönlich

Du hast einen romantischen Abend vorbereitet und erwartest Deine/n Liebste/n sehnsüchtig. Als ihr Euch dann trefft, läuft nichts wie geplant – Dein Schwarm zieht sich langsam zurück und geht nicht auf Dich ein. Findet er/sie mich nicht attraktiv? Was mache ich falsch? Diese Fragen stellst Du Dir ganz automatisch, ohne dass Du weißt, warum Dein Gegenüber augenscheinlich keine Lust auf Romantik hat.

Hast Du ein geringes Selbstbewusstsein, wirst Du die Ablehnung direkt auf Dich beziehen und Antworten auf die nicht ausgesprochenen, nur in Deinem Kopf existierenden Fragen finden. Dein Date hat nicht Dich, sondern ein „Angebot“ abgelehnt, das in diesem Moment vielleicht einfach nicht zu seiner Stimmung gepasst hat. 

Ich habe schon oft in meinen Workshops auch von Teilnehmern gehört, dass sie beim Date so nervös waren, dass sie alle Zeichen ignoriert und erst hinterher bemerkt haben, wie einfach und romantisch es hätte sein können. Vielleicht ging es Deinem Date ebenso und er/sie hat sich einfach zu viel Druck gemacht und konnte sich deshalb nicht einlassen.

Wenn Du die Reaktion nicht persönlich nimmst und vielmehr das Gespräch suchst, erhältst Du wahrscheinlich eine Antwort, die Dir alle Sorgen nimmt und die Dir zeigt, dass die Abweisung so gut wie nichts mit Dir zu tun hat.

2. Suche den Grund nicht nur bei Dir

Richtig mit einer Ablehnung umgehen setzt voraus, eine Situation objektiv zu beurteilen: Es hilft Dir nicht, wenn Du Dir nach einem Korb einredest, dass Du unattraktiv und nicht liebenswert bist. Auch Gedankengänge, dass Dich niemand möchte und dass Du es einfach nicht wert bist, sind falsche und für Dein Selbstwertgefühl gefährliche Ansätze.

Hat die Person Deiner Wahl ihre Ablehnung mit den Worten begründet, dass Du unattraktiv bist oder dass er/sie Dich gar hässlich findet? Ist das nicht der Fall, solltest Du diese Gedanken gar nicht zulassen und nach plausiblen Gründen suchen. Vielleicht bis Du nicht ihr Typ, vielleicht hat sie/er aber auch einfach nur kein Interesse an einer Beziehung – weder mit Dir, noch mit einer anderen Person.

3. Betrachte die Situation realistisch

Es ist unmöglich, dass Dich jeder Mensch mag und dass man auf jede Frage von Dir positiv antwortet. Wenn sich ein Mensch Dir gegenüber unfair verhält und Dich beleidigt, ist es zwar schwer, aber besonders wichtig, dass Du die Ablehnung richtig einordnest: Von jemandem mit so schlechten Manieren willst Du doch eh nicht angenommen werden! Sei froh, dass Du das so schnell klären konntest!  Die Zeit für eine Suche nach alternativen Erklärungen kannst Du Dir sparen und sie dafür aufwenden, nach vorne zu blicken und Dich auf etwas Schönes zu fokussieren. Sagt Dir jemand, dass Du nicht attraktiv oder es nicht wert bist, ist das eine subjektive Meinung einer einzelnen Person und kein Gesamturteil der Gesellschaft über Dich. Um mit der Ablehnung umgehen und ohne Selbstzweifel leben zu können, solltest Du einen derart ungehobelten Menschen aus Deinem Leben streichen und nie wieder an ihn denken.

Und auch wenn es nicht in Worte oder nicht gar zu unfreundlich zu einer deutlichen Ablehnung gekommen ist: Du magst auch nicht jeden und auch bei Dir funkt es nicht jedes Mal… Eine Partnerschaft entsteht aus zwei übereinstimmenden Willenserklärungen. Sprich: Es muss auf beiden Seiten „funken“. Und das kann sich ja nunmal keiner aussuchen. Das ist manchmal echt schade, aber nicht der Weltuntergang. Du willst nur jemanden, der auch Dich will! Also: Kopf hoch damit Du die nächste Chance auch sehen kannst!

4. Gönne Dir etwas Gutes – Du bist es Dir wert

Selbstliebe ist die Grundlage dafür, von anderen Menschen geliebt zu werden und einen Partner lieben zu können. Zurückweisungen sind schmerzhaft, aber sie bringen die Welt und Dein Herz nicht zum Stillstand. Du kannst mit einer Ablehnung umgehen, in dem Du Dir etwas Gutes tust und Dich tröstest. Ein Wellness-Tag, ein Ausflug oder ein gutes Essen mit Freunden sind nicht nur eine Ablenkung, sondern der wichtige Balsam für Deine Seele.

5. Bei häufigen Ablehnungen: Frage nach, auch wenn Du Angst vor der Antwort hast

Häufen sich Körbe, fühlst Du Dich nicht grundlos gekränkt. Der Abbau Deines Selbstwertgefühls ist die Folge, in deren Folge Du irgendwann niemanden mehr ansprichst. Du rechnest von vornherein mit einer Ablehnung, die Du Dir natürlich ersparen willst. Doch mit dieser Strategie läufst Du direkt in die selbsterfüllende Prophezeiung. Damit stehst Du Deinem Glück selbst im Weg und wirst nie erfahren, warum man Dich ablehnt und wie Dein Gegenüber seine Entscheidung begründet.

Sicherlich will niemand hören, dass er zu forsch oder zu schüchtern, zu introvertiert oder zu einvernehmend ist. Doch nur wenn Du fragst, wirst Du Antworten bekommen und kannst reflektieren. Die Selbstreflexion ist Deine Chance, es zukünftig besser zu machen und die Kritik als Fundament für eine neue Sicht auf die Dinge zu nutzen.

6. Stärke Dein Selbstbewusstsein

Niemand ist perfekt. Doch selbstbewusste Menschen können mit einer Ablehnung umgehen und sind in der Lage, ihren Eigenanteil am Verlauf des Geschehens zu erkennen. Überlässt Du Deinem Partner alle Entscheidungen oder fragst ständig nach, ob ihr etwas so oder anders machen sollt? Hast Du Ideen, traust Dich aber nicht, sie auszusprechen oder ganz einfach umzusetzen? Das sind Zeichen für Dein mangelndes Selbstbewusstsein und dafür, dass Du nur wenig Selbstvertrauen besitzt. Mit mehr Selbstvertrauen wirst Du Ablehnung viel leichter wegstecken und damit von vorne herein so viel lockerer sein, dass Du automatisch anziehender wirkst. 

Selbstvertrauen kommt nicht einfach so über Nacht – aber es ist auch keine „Gabe“, die man hat oder nicht. Jeder kann es lernen und etwas dafür tun. Selbstvertrauen gewinnen ist wie Muskelaufbau: Mit den richtigen Übungen und Regelmäßigkeit ist es unausweichlich. Registriere Dich z.B. für den nächsten Start von „Werde echt!“

7. Finde heraus, ob Du die falschen Menschen ansprichst

Jeder Mensch hat – wenn auch meistens unbewusst – einen ganz bestimmten Typ. Doch das heißt nicht automatisch, dass der Typ Mensch, der Dich begeistert, auch zu Dir passt. Du reist zum Beispiel gerne, während Dein Partner am liebsten mit Freunden im eigenen Garten oder im Club feiert. Du bist Raucher und sprichst hauptsächlich Nichtraucher an. Oder Du bist ein sportlicher Typ und legst Deinen Fokus auf Menschen, die schon auf den ersten Blick wenig Interesse an sportlichen Aktivitäten haben. In diesen Fällen sind die Risiken für eine Ablehnung höher als die Chancen, dass Du ein positives Feedback bekommst. Nimm Dir die Zeit, Deine persönlichen Präferenzen herauszufinden und mache Dir Gedanken darüber, welchen Typ Mensch Du begeistern willst und Dir als Partner vorstellen kannst. Mit einer neuen Perspektive kannst Du die Anzahl an Ablehnungen mindern und obendrein viel besser mit einer Ablehnung umgehen.

 

 

Zusammenfassung:

7 Tipps wie Du mit Ablehnung umgehen kannst

  1. Nimm eine Ablehnung nie persönlich: Dein Gegenüber kennt Dich ja noch nicht mal – deshalb kann er/sie Dich als Mensch gar nicht ablehnen. Er/sie lehnt Dein „Angebot“ ab. Das kann hunderte Gründe haben, die nichts mit Dir zu tun haben.
  2. Such den Grund nicht nur bei Dir: Manche Menschen sehen nett aus und sind es nicht. Wenn jemand unfair zu Dir ist, ist er der Idiot, nicht Du.
  3. Betrachte die Situation realistisch: Ein „Nein“ ist nicht schön, aber auch kein Todesurteil oder Weltuntergang. Wenn Du es nicht versuchst, ist es immer Nein. Je weniger ernst Du die Sache nimmst, umso mehr Chancen hast Du.
  4. Gönn Dir etwas: Suche nicht nur nach dem „Ja“ einer fremden Person, um Dich gut zu fühlen. Tu etwas für Dich, dass Dir gut tut.
  5. Frage nach: Wenn Du oft abgewiesen wirst, sei offen für hilfreiche Kritik. Wenn Du wirklich wissen willst, was Du falsch machst, bekommst Du Antworten, die Dir helfen können. Sei nicht beratungsresistent!
  6. Lerne, wie Du Dein Selbstvertrauen stärken kannst: Hoffe nicht darauf, sondern tu etwas dafür!
  7. Finde heraus, ob Du die falschen Menschen ansprichst: Jeder Mensch hat  Wünsche an eine Beziehung und meist auch einen „Typ“. Doch bist Du der Typ Deines Typs?

Diese sieben Aspekte kannst Du bedenken, um besser mit Ablehnung umgehen zu können. Auch ein Coach kann Dir helfen, wenn Du z.B. sehr starke Angst von Ablehnung hast, die Du bisher alleine nicht losgeworden bist. Unsere Coaches sind alle ausgebildet, bei solchen  Themen nachhaltig helfen zu können! Hier kannst Du Deinen Coach finden >>>

 

Fazit: Ablehnung neu überdenken

Wirst Du abgelehnt, können sich die Worte wie Schläge anfühlen. Dein Herz verkrampft sich und Du würdest vor Scham am liebsten im Erdboden versinken. Dieses starke, die Welt über Dir einstürzen lassende Gefühl kennt jeder. Da Du Ablehnungen nicht vorbeugen und sie aus Deinem Leben streichen kannst, ist es wichtig, dass Du den richtigen Umgang mit Abweisungen lernst.

Gib Dir keine Schuld und bedenke, dass es zahlreiche Gründe gibt, auf die Du ohne eine konkrete Antwort Deines Gegenübers nie kommen wirst. Sieh eine Ablehnung nie als Abweisung Deiner Person, sondern nimm sie mit dem Wissen an, dass jeder Mensch seine eigene Meinung und seine persönliche Ansicht hat.

Es kommt äußerst selten vor, dass sich die Abweisung gezielt gegen Dich richtet. Viel häufiger kommt es zu Abweisungen, weil die von Dir ersuchte Situation zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu den Wünschen und Vorstellungen der angesprochenen Person passt. Mit der Verinnerlichung dieser Denkweise fällt es Dir zukünftig leichter, Ablehnungen zu akzeptieren und Dir zu sagen, dass es jeder anderen Person zum aktuellen Zeitpunkt ebenso ergangen wäre.