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Bindungsangst überwinden - Nina Deissler

Bindungsangst überwinden: So schaffst Du es

Ursachen und Anzeichen für die Bindungsangst

Als Beziehungsoach für Singles höre ich in meinem Workshop Mission Liebe immer wieder, dass Menschen sich eine “feste Beziehung” wünschen – und ehrlich gesagt macht es mich immer fast ein wenig traurig, wenn das wichtigste (und einzige) Kriterium einer gewünschten Beziehung ist, dass sie “fest” sein soll. 

Bei manchen Singles kommen vielleicht auch genau daher Bindungsängste: “Bindung” und “fest” – das hört sich ja eher nach Bondage an, als nach Liebe, oder? Man wünscht sich “was Ernstes”… aber tatsächlich will man doch auch Spaß haben in einer Beziehung? 

Aber mal wirklich im Ernst: Auch Menschen, die sich eine dauerhafte, liebevolle Beziehung wünschen, können Bindungsängste haben und sich das Leben damit sehr schwer machen. In diesem Artikel erkläre ich daher, was Bindungsangst ist, wie sie entstehen kann und wie man sie auch Bindungsängste auflösen kann.  

 

Bindungsangst: Definition

Bindungsängste treten auch als sogenannte „Bindungsphobie“ oder als „Beziehungsverweigerung“ auf, bei der es um eine Angst vor den eigenen Gefühlen, den Gefühlen des Partners geht (weil man sich z.B. verantwortlich und überfordert fühlt), der Angst vor Nähe und Intimität oder auch der Angst vor Verpflichtung und Commitment geht. 

Allgemein ausgedrückt handelt es sich bei der Bindungsangst um die Angst davor, eine dauerhafte und innige Bindung mit einem Menschen einzugehen, die zukunfts- und wachstumsorientiert ist. Angst davor, sich wirklich einzulassen und sich auch auf den anderen zu verlassen. Bei jedem Menschen, der unter Bindungsangst leidet, ist die Angst ein wenig anders:

  • Manche Menschen haben Angst vor der Nähe in einer Beziehung und möchten sich deshalb nicht “richtig” einlassen. Das ist dann eher die Angst vor Nähe oder der Intimität, als vor der Beziehung an sich. 
  • Andere haben Angst, sich auf jemanden zu verlassen 
  • Manche haben Versagensangst, wenn der Partner sich auf sie verlässt
  • Viele Menschen mit Bindungsangst haben gar nicht Angst vor der Beziehung, sondern Angst vor dem Schmerz der Enttäuschung, wenn die Beziehung nicht wie gewünscht verläuft oder eben “nicht hält” -sprich: wieder auseinander geht. Sie haben also mehr Angst vor dem Ende der Beziehung und fangen deshalb gar nicht erst an. 
  • Die meisten Menschen mit Bindungsangst jedoch haben eine negative Vorstellung von einer Beziehung, in der sie auf eine gewisse Art nicht mehr sie selbst sein können. 

 

 

Die Gründe für Bindungsängste liegen meistens in der Kindheit oder Jugend:

Wir Menschen versuchen uns immer bestmöglich vor Schmerz zu schützen – auch zum Beispiel vor dem Schmerz einer Enttäuschung: Wurdest Du während Deiner ersten Lebensjahre von einem nahestehenden Menschen verlassen oder anderweitig im Stich gelassen, kann sich aus diesem kindlichen Trauma die Angst vor dem Verlassenwerden entwickeln. Und die (kindliche) Schlussfolgerung daraus ist: Wenn ich mich gar nicht erst einlasse, dann muss ich diesen Schmerz nicht mehr erleben. 

Dies ist natürlich eine “Milchmädchenrechnung”, denn einerseits schützt es nicht vor Enttäuschungen und andererseits erlebt der Erwachsene so vieles nicht, wonach er sich in Wahrheit sehnt. Er tauscht also das Risiko einer Enttäuschung gegen fortwährende Sehnsucht und schlimmstenfalls sogar Unzufriedenheit und Einsamkeit.

Auch wer in der Kindheit erlebt hat, dass man es in einer Beziehung anderen fortwährend Recht machen muss, nicht man selbst sein kann, kein eigenständiges Leben nach seinen eigenen Interessen führen kann, kann im Erwachsenenleben Angst vor Beziehungen entwickeln und muss erst einmal seine Bindungsangst überwinden, bevor er sich auf jemanden einlassen kann. Diese Angst kann zum Einen daraus entstehen, wenn man selbst fortwährend den Ansprüchen anderer (z.B. den Eltern) genügen musste oder aber auch, wenn man dies bei den Eltern so gesehen hat. 

 

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Die “klassischen” Anti-Vorbilder für Bindungsangst

Bindungsangst wird bei vielen Menschen dadurch verursacht, dass sie als Kind das Gefühl hatten, dass sie es allen Recht machen müssen. Besonders stark können Bindungsängste bei Männern ausgeprägt sein, wenn der Mann als Kind stark von seiner Mutter dominiert wurde.  

Bindungsangst bei Männern wird häufig auch dadurch verursacht, dass sie einen Vater hatten, der entweder sehr unzufrieden war in der Beziehung (z.B. weil er es der Mutter “nicht Recht machen konnte”), eine sehr unzufriedene Mutter (die über den “schlechten” Vater geschimpft hat – so entsteht der Eindruck, dass man es später auch nicht “richtig” machen könne) oder wenn der Vater selbst nicht beziehungsfähig war und sich selbst nie auf eine Beziehung eingelassen hat. Er lebt sozusagen vor, dass man mit einer Frau nicht dauerhaft zusammen sein kann.

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Bindungsangst bei Frauen entsteht häufig aus ganz ähnlichen Gründen. Hier fällt mir immer wieder ein Satz auf, den ich so (oder sehr ähnlich) in meinen Coachings immer wieder höre. Viele Frauen haben von ihren Müttern gehört: “Mach dich nie abhängig von einem Mann!”

Was hat es damit auf sich? Für die meisten von uns gilt, dass unsere Mütter ihre Beziehungen nach Kriterien eingegangen sind, die sich im Laufe der Zeit möglicherweise als nicht mehr ausreichend, zufriedenstellend oder einfach für sie falsch herausgestellt haben. Doch gerade in der Generation unserer Eltern und Großeltern war es normal, dass man a) früh geheiratet und sich dann nicht so leicht getrennt hat (bzw. Scheidung auch verpönt war) und b) die Frau sich vom Mann wirtschaftlich abhängig gemacht hat, da sie um für die Kinder da zu sein, häufig auf Karriere und Einkommen verzichtet. Treffen dann Unzufriedenheit mit der Beziehung und das Gefühl von Abhängigkeit aufeinander, entsteht daraus dieser Satz, der aber am Ende bei den Töchtern zu nichts anderem führt, als Bindungsangst, da die Bindung automatisch mit Abhängigkeit assoziiert wird. 

Das Tückische daran: Viele Singles wissen gar nicht, dass Sie an diesem Problem leiden. Um die Bindungsangst zu überwinden, solltest Du Dir Deine Emotionen bewusst vor Augen führen:

Hast Du schon einmal einen Menschen sehr geliebt, aber unterbewusst ständig nach Gründen gesucht, die gegen eine Beziehung sprechen? Oder merkst Du, dass Du häufig nahezu grundlos das Interesse verlierst, wenn sich jemand wirklich für Dich interessiert? Gut möglich, dass Du an Bindungsangst leidest. Du wärest damit ganz sicher nicht alleine, denn die Angst vor Einschränkungen und/oder Enttäuschungen teilen viele andere Singles mit Dir.

 

Auslöser für Bindungsangst

Die akute Angst vor Beziehungen kann durch verschiedene Gesten oder Taten ausgelöst werden, die der potenzielle Partner ausführt. Für manche Menschen ist das Händchen-halten oder eine “fremde” Zahnbürste im Bad schon regelrecht angsteinflößend. Andere bekommen es erst dann mit der Angst zu tun, wenn ihnen jemand einen Heiratsantrag macht oder mit ihnen zusammenziehen möchte. Genau dann wird den Betroffenen plötzlich alles zu viel. Sie fühlen sich emotional überfordert und möchten die ganze Situation nur noch so schnell wie möglich verlassen.

Du bekommst Schweißausbrüche und Kopfschmerzen, wenn Dich jemand nach Deiner Familienplanung fragt oder sich öffentlich zu der Beziehung mit Dir bekennt? Dann solltest Du Deine Bindungsangst überwinden – und zwar so schnell wie möglich. Das Problem an der Sache: Dein Gegenüber kann Deine Beziehungsvermeidung und Angst vor Bindung meistens nicht nachvollziehen. Derjenige interpretiert Deine abweisende Haltung als Abweisung seiner Person  und wird sich zurückziehen. Auf diese Weise entsteht ein regelrechter Teufelskreis aus Zurückweisungen, Annäherung, Verletzungen und anschließender Trennung. Somit machst Du wieder und wieder die Erfahrung der Enttäuschung und erlebst das Gefühl des Scheiterns. Es kann soweit gehen, dass Du den Eindruck gewinnst, nicht gewollt zu werden, was Deine Bindungsangst noch verstärkt. Je älter Betroffene sind, desto mehr manifestieren sich solche Ängste. Es wird folglich immer schwieriger, dem Ganzen zu entkommen.

 

Wie sich die Angst vor Beziehungen im Alltag äußert

Bei der Angst vor Beziehungen gibt es keine eindeutigen Symptome, wie das zum Beispiel bei psychischen Krankheiten der Fall ist. Stattdessen handelt es sich um ein individuelles Problem, das sich – je nach Charakter, Alter und Umstand – anders ausdrückt. Typisch für Menschen mit dieser Angst ist es jedoch, dass sie nach Gründen suchen, weshalb sie eine Beziehung nicht mehr weiterführen können. In Wirklichkeit treibt sie nicht der vermeintliche Fehler des Partners oder eine Disharmonie in der Beziehung um, sondern die klassische Bindungsangst. Sie können dem Partner folglich nicht plausibel darlegen, warum sie sich trennen wollen. Auf diese Weise machen sie die Trennung zu einer unumkehrbaren Sache. Schließlich versteht der Partner nicht, dass der wahre Grund für die Trennung nicht die fehlende Liebe, sein Verhalten oder ein anderer Partner ist, sondern schlicht die Bindungsangst im Wege steht.

Viele Menschen mit Bindungsängsten ziehen sich emotional zurück oder sabotieren sogar die Beziehung (z.B. durch Affären). Der Partner erhält meist gar nicht erst die Chance, noch einmal Rücksprache zu halten oder Probleme zu klären. Der Mensch mit der Angst möchte nichts klarstellen, weil er eigentlich nur flüchten will. Kommt es dann zu einer Trennung, erleben Betroffene diesen Schritt als regelrechte Befreiung. Zwar sind sie jetzt wieder alleine, aber immerhin müssen sie keine Angst mehr vor der Trennung oder der Überforderung haben. Schließlich haben sie selbst dafür gesorgt, dass die Beziehung nicht mehr länger besteht. Sie handeln quasi nach dem Motto: Lieber selbst bestimmen, wann die schmerzhafte Trennung eintritt, statt eines Tages verlassen, belogen oder betrogen zu werden. Die Logik hinter diesem Verhalten erschließt sich Außenstehenden natürlich nicht und so führt die Angst letztlich zur Beziehungsunfähigkeit und verursacht weiteres Leid.

 

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So kannst Du Bindungsangst überwinden

Wenn es einfach wäre, Bindungsangst zu überwinden, würde es wohl jeder auf Anhieb schaffen. Ein wenig Mut, der Wille zur Selbstreflexion und der Glaube an sich selbst können allerdings maßgeblich dazu beitragen, die störende Bindungsangst überwinden zu können. Die folgenden Schritte sind dabei unverzichtbar:

– Baue Selbstvertrauen und Selbstwert auf. Wer an sich glaubt, macht sich weniger abhängig von Beziehung. Die Angst schrumpft automatisch, weil Du erkennst, dass Du niemanden brauchst, um glücklich zu sein. Es ist ein großer Unterschied, ob Du glaubst, dass Du einen Partner brauchst – oder ob Du eine Partnerschaft willst.

– Hole Dir professionelle Hilfe: Das kann ein Therapeut sein aber auch ein Beziehungscoach von uns. Vielleicht muss ein Experte gemeinsam mit Dir Probleme aus der Kindheit aufdecken und während intensiver Gespräche Sorgen, Ängste und Hemmungen eliminieren, die Du heute als Erwachsene nicht mehr haben musst.

– Mach Dir klar, dass Du von einem Partner/in nicht abhängig bist: Die Angst vor Bindungen wird größer, wenn sich Dein ganzes Denken und Handeln nur noch um die eine Person drehen und Du Dich und Deine Gefühle abhängig machst von den Handlungen und Bedürfnissen einer anderen Person. Entwickle Leidenschaften, die Dich erfüllen und schaffe einen Freundeskreis, der Dich glücklich macht. Ein Partner ist dann nur noch das „Sahnehäubchen“ für ein glückliches Leben.

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Um Bindungsangst überwinden zu können, darfst Du lernen, dass Du liebenswert bist und es niemandem Recht machen musst: Was Dir in der Kindheit passiert ist, hat nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun.

Indem Du Dein Selbstvertrauen stärkst , kannst Du Dich auch auf einen Partner einlassen. Dann steht einer glücklichen Zukunft nichts im Wege – und zwar nicht als Single mit Bindungsangst, sondern als Mensch in einer festen, stabilen Beziehung.

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