Was ist Liebe Nina Deißler Beziehungscoach

Was ist Liebe?

Liebe

Nina Deißler

Liebe

5. Juni 2017

Kommentar Liebe

17 Kommentare

Was ist Liebe? Willst Du die Liebe finden und fragst Dich vielleicht, was Liebe überhaupt ist und wie Du sie erkennst? Fragst Du Dich oft: „Warum finde ich keine Liebe?“ Dann kann dieser Artikel Dir sicher neue Inspiration geben!

Wie fühlt sich Liebe an? Woran erkenne ich, dass es Liebe ist? Was macht Liebe aus?

In meinem Live-Workshop „Mission Liebe“  beschäftigen wir uns genau damit – und mehr: Denn, was Liebe ist und wie sich anfühlt, ist zwar wohl bei jedem Menschen individuell, es gibt aber ein paar wichtige Aspekte zu wissen!

Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind von all den Hollywood-Filmen und Sitcoms schon so geprägt, dass wir Liebe gar nicht mehr erkennen können: Wir glauben, es muss vorher erst mal eine wilde Verwechslungs-Story geben oder der andere muss erst arrogant, abweisend oder vergeben sein, damit daraus eine richtige Liebesgeschichte werden kann. Oder wir glauben, die Liebe wird tragisch enden, damit es auch wirklich echt ist… Aber all das hat mit Liebe rein gar nichts zu tun.

Was Du in Filmen siehst, in Gedichten liest oder in Pop-Songs hörst, ist nicht unbedingt das, was Liebe ist.

Und Liebe tut auch nicht weh – im Gegenteil!

Was ist Liebe? - Nina Deissler

Was ist Liebe?

Es gibt viele verschiedene Arten von Liebe: Die „romantische“ Liebe zwischen zwei Partnern, die Liebe zwischen Kindern und Eltern, die Liebe zu Geschwistern, die Liebe zu Freunden, die Liebe zu einem Haustier, die Liebe zum eigenen Beruf, die Liebe zu einem Hobby oder einem bestimmten Teil der Welt….

Liebe spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle – doch der Begriff wird häufig auch missbraucht, verwechselt oder die Liebe als solche für Dinge verantwortlich gemacht, mit denen sie überhaupt nichts zu tun hat. Höchste Zeit also, sich die Frage „Was ist Liebe?“ wirklich zu stellen. Ich bin quasi hauptberuflich Liebesforscherin und nehme Dich heute mit auf meine Forschungsreise!

 

Was ist Liebe für Dich?

Liebe ist ein Gefühl, eine Fähigkeit, eine Entscheidung und eine „Energie“:

Liebe ist zunächst einmal ein Gefühl – das klingt zwar im ersten Moment sehr banal, ist aber wichtig, wenn Du der Antwort auf die Frage „Was ist Liebe“ wirklich näher kommen möchtest:

Ein Gefühl ist etwas, das in Dir passiert. Du fühlst Deine Gefühle. Gefühle entstehen in Deinem Körper und werden von Dir in Dir wahrgenommen und erlebt.

Das bedeutet: Nichts und niemand kann Deine Gefühle machen. Und auch niemand sonst kann Deine Gefühle fühlen.

Nur Du fühlst Deine Gefühle. Und Du fühlst nur Deine Gefühle.

Das bedeutet auch:

Wenn Liebe ein Gefühl ist, dann ist es Dein Gefühl, das in Dir entsteht und von Dir in Dir wahrgenommen wird.

Liebe ist also nicht „da draußen“ – sonder „hier drinnen“ – in Dir.

Das bedeutet auch: Da Du nur Deine Gefühle fühlen kannst, kannst Du nicht die Liebe eines anderen Menschen fühlen!

Wenn ein anderer Mensch Dich liebt, fühlt er Liebe zu Dir (in sich). Wenn Du einen anderen Menschen liebst, fühlst Du Liebe zu ihm (in Dir). Du fühlst Dein Gefühl in Dir zu dem, was jemand für Dich darstellt, Dir zeigt, sagt oder für Dich tut.

Das ist wichtig, weil wir das oft verwechseln: Wir können zwar „nachfühlen“, wie es jemandem geht – aber das ist nur unsere Interpretation: Wir fühlen immer nur das, was wir fühlen würden. Der andere fühlt vielleicht etwas ganz anderes als wir. Deshalb ist kein Gefühl bei zwei Personen genau gleich – auch nicht, wenn es um die Liebe geht.

Wenn jemand Dich liebt und Dir gefällt das und Du liebst diesen Menschen auch, dann fühlst Du Dich von ihm geliebt und fühlst Liebe zu ihm (oder ihr natürlich). Aber eben immer nur das, wie Du es für Dich interpretierst.

 

Was ist Liebe – Definition:

Liebe ist ein starkes Gefühl der Verbundenheit mit und zu jemandem, die über „Zweckmäßigkeit“ und „Anziehung“ hinaus geht. Die Verbundenheit ist es, die aus der Liebe mehr als nur ein Gefühl macht: Verbundenheit ist auch eine Entscheidung.

Warum ist es so wichtig, das zu betonen?

Weil wir – wenn es um Liebe geht – das mit dem Fühlen oft durcheinander bringen:

Vielleicht empfindest Du das, was der andere tut, als liebevoll. Vielleicht aber auch nicht! Du könntest die Taten und Worte eines anderen Menschen genau so gut auch als albern, kitschig, übergriffig oder nervig empfinden – selbst wenn dieser Mensch in seiner Welt Dir gegenüber „aus Liebe“ handelt.

Du könntest auf das, was jemand Dir zeigt oder sagt, mit einem liebevollen Gefühl in Dir reagieren – oder eben gerade nicht. Im Verhältnis zu unseren Eltern erleben wir genau das oft: Ein Elternteil tut oder sagt etwas (vermeintlich) aus Liebe – aber wir fühlen uns gar nicht geliebt… wir fühlen uns z.B. bevormundet und fühlen keine Liebe.

Dein Gegenüber kann Deine Aussagen und Aktionen als Zeichen der Liebe verstehen und selbst auch Liebe empfinden und dann erwidern – oder eben auch gerade nicht. Das hat damit zu tun, ob das, was jemand tut, zu dem passt, was Du erwartest und willst. Verhält sich ein Mensch, den Du begehrenswert findest, auf eine Art, die Du als „liebevoll“ empfindest, dann wirst Du vermutlich selbst auch liebevolle Gefühle entwickeln. Doch Du selbst entscheidest, ob und was Du fühlst.

Siehe dazu auch das großartige Buch „Die 5 Sprachen der Liebe“ von Gary Chapman

Denn Du fühlst ja nur Deine Gefühle – nicht seine/ihre. Wir werden niemals genau wissen, wie sich etwas bei (bzw. in) jemand anderem anfühlt. Deshalb lässt sich die Frage „Was ist Liebe?“ eben auch nicht so ganz so kurz oder pauschal beantworten.

Liebe ist also erst mal ein Wort, welches einen bestimmten Zustand beschreiben soll, den man erlebt.

Wenn wir uns fragen „Was ist Liebe?“, dann können wir das vermutlich nur für uns selbst beantworten. Du kannst der Antwort allerdings näher kommen durch die Umkehrung der Frage: „Was ist Liebe nicht?“ Denn es gibt eine Menge Dinge, die Menschen tun und die irgendwie im Zusammenhang mit Liebe passieren – aber leider überhaupt nichts mit Liebe zu tun haben:

Was ist Liebe nicht?

Es ist zum Beispiel nicht Liebe, wenn Du

  • versuchst, jemand anderen dazu zu bringen, dass er sich so verhält, wie Du es gerne hättest oder wie Du es für richtig hältst (auch wenn das aus Deiner Sicht noch so gut für diesen Menschen wäre).
  • dauernd Angst hast, dass der/die andere Dich verlässt und Du diesem Menschen ständig schlechte Gefühle einredest, weil Du eifersüchtig bist.
  • versuchst, jemanden dazu zu bringen, dass er/sie mit Dir zusammen ist, obwohl er/sie gar nicht will.
  • Dich bemühst, jemand zu werden, der „gut genug“ oder passend für jemanden ist – obwohl Du eigentlich gar nicht so bist oder sein willst.
  • ständig Angst hast, dass Du Deinen Partner wieder „verlieren“ könntest.
  • jemand anderem sagst, was er tun oder lassen muss, wenn er Dich liebt oder Du sie/ihn.
  • das Gefühl hast, dass Dein Partner sich ändern müsste – und es ist genauso wenig Liebe, wenn Dein Partner Dir ständig sagt, dass Du Dich ändern müsstest.

Gerade das Thema „Verlustangst“ im Zusammenhang mit Liebe ist ein echter Liebeskiller:

Angst, den Partner zu verlieren

 

Wenn Du wissen willst, was Liebe ist, geht es dabei auch um ein Missverständnis: Die Verwechslung von Liebe und Beziehung:

Liebe und Beziehung sind nicht dasselbe

Oft, wenn ich Menschen frage „Was ist Liebe für Dich?“, geht es in der Antwort um Beziehung.

Kein Wunder: Wir verwechseln die Begriffe Liebe, Partnerschaft und Beziehung häufig, weil sie oft falsch verwendet werden:

  • Liebe ist (siehe oben) ein Gefühl (und noch etwas mehr). Dein Gefühl. In Dir. Und eine Verbundenheit.
  • Beziehung ist eine Situation zwischen Dir und jemand anderem. Beziehungen hast Du mit allen Menschen um Dich herum.
  • Eine Partnerschaft ist eine Beziehung, die von dem Gefühl der Liebe und des „Teamgeist“ geprägt ist.

Um in einer Partnerschaft zu sein, musst Du Deinen Partner auch als solchen behandeln:

Als Partner – gleichwertig – auf Augenhöhe. Ihr „spielt im gleichen Team“ und wollt das Beste füreinander und miteinander.

Mein Mann und ich bezeichnen uns gerne als „Komplizen“. Mein Mann ist mein Komplize – er unterstützt mich bei meinen Vorhaben, ist an meiner Seite, um die guten Dinge des Lebens mit mir zu teilen und zu genießen, inspiriert mich und schmiedet Pläne mit mir. Er spielt im selben Team wie ich. Er will mein Bestes und ich seins.

Und manchmal ist „das Beste“ für den anderen auch etwas, an dem man selbst nicht beteiligt ist: Liebt man seinen Partner, gönnt man ihm alles. Und am Ende gewinnt man so mehr Freiheit, mehr Freude und mehr Stärke. Genau das macht eine echte, liebevolle Partnerschaft aus – wie heißt es so schön: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“.

Also man könnte quasi sagen:

Was ist Liebe in einer Beziehung?

Wenn man dem Partner alles Gute gönnt, sich ihm verbunden fühlt, mit ihm/ihr etwas zusammen meistern / erreichen möchte und diesen Menschen annimmt, wie er gerade ist.

Was ist der Unterschied einer Partnerschaft zur „Beziehung“?

Wenn Liebe und Beziehung sich miteinander vereinen, dann entsteht genau das, wonach wir uns alle sehnen und was vermutlich auch Du mit der Frage nach „Was ist Liebe?“ wirklich gesucht hast: Dass Du mit einem Partner in Liebe verbunden bist und Ihr beide dadurch stärker, freier und besser seid als alleine.

Und das ist der Moment, in dem Liebe mehr wird, als nur ein Gefühl:

Damit aus einer ersten Verliebtheit wirklich Liebe werden kann, braucht es Commitment: Ein „sich wirklich einlassen wollen aufeinander“. Liebe benötigt Güte, Geduld und Verständnis – aber auch die Fähigkeit, sich abzugrenzen und sich selbst nicht aufzugeben.

Liebe ist „Teamwork“:

Es muss wichtiger sein, mit dem Partner zu wachsen und als Team zu agieren, als „Recht zu haben“.

Deshalb ist Liebe mehr als nur ein Gefühl – Liebe ist ebenso eine Fähigkeit und eine Entscheidung.

Warum bin ich Single?

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Wenn Dein Partner nicht mehr „in Deinem Team“ spielen möchte

Natürlich ist das traurig und enttäuschend, wenn bei einem Partner die Liebe nicht mehr da ist und er/sie die Beziehung deshalb beenden möchte. Es fühlt sich furchtbar an. Es gibt sogar Menschen, die trennen sich, obwohl sie sich lieben. Sie sagen: Sie lieben sich – aber das reicht eben nicht. Und manchmal stimmt das sogar: Wir fühlen uns magisch von jemandem angezogen – doch der Lebensstil, die Bedürfnisse und Ziele passen einfach nicht zusammen. Da ist etwas zwischen uns und wir gönnen dem anderen alles – aber eine Beziehung miteinander und auf Dauer funktioniert einfach nicht.

Jemanden zu lieben, muss nicht automatisch bedeuten, mit diesem Menschen auch eine Beziehung zu führen! Denn „Ich liebe Dich“ bedeutet nicht: „Du musst bei mir bleiben und das tun, was ich brauche – auch wenn Du gar nicht willst“. Das wäre ziemlich daneben – und hat weder etwas mit Partnerschaft noch mit Liebe zu tun, oder?

Sag nie „Ich liebe Dich“, wenn Du in Wahrheit etwas ganz anderes meinst.

Wahrscheinlich hast Du jetzt auch zustimmend mit dem Kopf genickt – und doch passiert so etwas in Ansätzen immer wieder: Wenn wir uns fragen „Was bedeutet Liebe?“, dann fragt man sich in Wahrheit manchmal: „Was muss ich tun, damit der andere sich mir gegenüber so verhält, wie ich es brauche (auch wenn er vielleicht gar nicht will)?“

Zum Beispiel:

  • Wie kann ich dafür sorgen, dass der andere mit mir zusammen sein will?
  • Wie kann ich dafür sorgen, dass der andere seinen Partner verlässt?
  • Was kann ich tun, damit der andere mir mehr Sicherheit, mehr Geborgenheit, mehr Exklusivität zuspricht?

Aber genau das ist nicht Liebe. Was Liebe ist, bedeutet auch, zu erkennen, dass der andere für sich ein toller Mensch ist – aber dass zu einer Beziehung eben zwei gehören, die das Gleiche wollen…

Was ist Liebe? - Nina Deissler

 

Was bedeutet Liebe?

Früher habe ich gedacht, Liebe bedeutet, dass ich will, dass es dem anderen gut geht. Doch was, wenn mein Partner eben gerade eine Phase hat, wo es ihm nicht so gut geht? Und wenn diese Phase vielleicht sogar wichtig ist für ihn? Wenn ich dann glaube, es ist Liebe, wenn ich will, dass es dem anderen gut geht, kann das auch ganz schön schief gehen… Es kann dazu führen, dass ich an meinem Partner herum manipuliere und darüber völlig das eigentliche Gefühl und das Wesen von Liebe vergesse.

Für mich hat Liebe daher inzwischen den Aspekt, dass ich mein Gegenüber „annehme“ – auch wenn mir das in bestimmten Situationen nicht so gut gefällt oder schwer fällt, weil der andere eben gerade nicht genau so ist, wie ich es gerne hätte oder wie ich es „richtig“ fände.

Was ist Liebe?

  • Liebe ist das Gefühl der Verbundenheit und des Glücks, wenn ich mich dafür entscheide.
  • Liebe ist, wenn ich meinem Gegenüber das Beste gönne – selbst wenn es mal nichts mit mir zu tun hat.
  • Es ist Liebe, wenn ich mein Gegenüber akzeptiere und respektiere: seine Art, seinen Geschmack, seinen Charakter, seinen Weg, seine Vergangenheit, seine Wünsche und Bedürfnisse. Das heißt nicht, dass ich sie erfüllen, verändern, rechtfertigen oder ertragen muss, wenn ich nicht will.
  • Liebe ist Commitment: dass ich zu diesem Menschen stehe, ja sage zu ihm und ihm Mut mache. Das meint nicht, dass ich mich selbst dafür verleugne, klein mache oder für ihn lüge.
  • Liebe bedeutet, dass ich meinen Partner als gleichwertigen, freien Menschen betrachte, der mit mir in einer Beziehung steht, die – wenn alles gut geht – eine Partnerschaft ist, die so lange bestehen wird, wie sie für beide von Vertrauen, Wachstum, Zuneigung, Akzeptanz, Anziehung etc. geprägt ist.

Was ist Selbstliebe?

Selbstliebe bedeutet, dass ich all das, was ich für diesen Partner tun würde, auch für mich tue. Wenn ich es für einen anderen tun würde – und wenn ich erwarte, dass ein anderer, ein eigenständiger, freier Mensch, das für mich tun würde, wenn er sagt „Ich liebe Dich“ – dann ist es doch an sich gar nicht so viel verlangt, wenn ich dasselbe für mich tue:

  • Dass ich mich annehme, auch wenn mir das in bestimmten Situationen schwer fällt, weil ich gerade nicht so bin, wie ich es gerne hätte oder wie ich es richtig fände.
  • Dass ich mir das Beste gönne.
  • Dass ich mich respektiere – meine Art, meinen Geschmack, meinen Charakter, meinen Weg, meine Vergangenheit. Dass ich meine Wünsche und Bedürfnisse respektiere und akzeptiere – auch wenn ich sie nicht immer erfüllen kann.
  • Dass ich zu mir stehe, ja sage zu mir und mir Mut mache.
  • Dass ich mich als gleichwertigen, freien Menschen betrachte und mir vertraue, nach Wachstum strebe, mir Zuneigung und Akzeptanz zeige.

Warum sollte ich das nicht tun? Es wäre ja gar nicht so schwer… ich bin ja immer da. Deshalb ist Liebe kein Zufall! Liebe entsteht unter anderem dadurch, dass ich Nähe zulasse und dass ich mich selbst für „gut genug“ befinden kann.

Denn die Liebe fragt nicht nach „Qualifikation“ – sie ist ein Gefühl. Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, schau mal hier nach dem nächsten Termin >>>>

Was denkst Du? Was ist Liebe für Dich?