Warum verliebe ich mich nicht - Nina Deisler

Warum verliebe ich mich nicht? 10 Gründe warum man sich nicht verliebt

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Nina Deißler

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19. Juli 2021

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Viele Singles auf Partnersuche haben gar nicht unbedingt das Problem, dass sie niemanden kennen lernen – sie stellen sich viel eher die Frage: Wieso verliebe ich mich nicht?

Der Wunsch nach Partnerschaft ist offenbar vorhanden, vielleicht auch die “Auswahl” an potentiellen Partnern – nur die Verliebtheit selbst will sich nicht einstellen! Das kann ganz schön frustrierend sein. Doch sich nicht verlieben zu können hat Gründe, die mir als Beziehungscoach fast täglich in meiner Arbeit begegnen. Die gute Nachricht ist: Sie alle sind „heilbar“.

Und wetten, (mindestens) einer davon ist auch Deiner?

Warum man sich nicht verliebt

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, dass Verliebtheit zwar für (fast) jeden dazu gehört, um eine Beziehung zu beginnen, dass sie aber nicht zwangsläufig notwendig ist: Tatsächlich werden Gefühle von Verliebtheit mit der Zeit schwächer in langen Partnerschaften. Aber um eine Beziehung zu beginnen, gehört Verliebtheit zu unseren fundamentalen Vorstellungen als Zeichen für die große Liebe. Doch das birgt auch eine Falle für unser „Glück in der Liebe„:

Was ist Verliebtheit?

Wir fühlen uns verliebt wegen einer Mischung aus Chemikalien und anderen biologischen Faktoren. Es ist ein bisschen so, als ob man beim Trinken von Alkohol glücklich und zuversichtlich ist, im Hinblick darauf was man vorhat. Und genau so gibt Dir eine Mischung aus Gedanken und Ideen plus Hormone dieses Gefühl. Das sind grundlegende Dinge, die wir leider in der Schule nicht lernen und dann in Sachen Liebe immer wieder auf uns allein gestellt sind.

Wenn wir anfangen, romantische Gefühle für jemanden zu haben, schüttet das Gehirn Hormone wie Dopamin und Serotonin aus, die uns ein gutes Gefühl geben, unser Belohnungszentrum aktivieren und stärkere Gefühle für diese Person erzeugen. Diese Hormone sind auch dafür verantwortlich, dass wir den Bezug zur Realität verlieren und die Grenze zwischen Fantasie und Realität verwischen.

Verliebtheit ist eine Mischung aus großer Begeisterung und auch im gewissen Sinne Angst: Unsicherheit. Man glaubt quasi, der andere sei ein wahnsinnig toller Mensch und deshalb auch ein passender Partner für eine neue Beziehung. Gleichzeitig weiß man ja noch nicht, ob und wie sehr diese Begeisterung erwidert wird – das macht die Aufregung. Und diese Mischung macht ganz viel mit uns. Ob das jedoch dann in eine glückliche Beziehung führen kann, ist eine ganz andere Sache.

Lies dazu auch: Was ist Liebe?

 

Warum verliebe ich mich nicht - Nina Deisler

Diese 10 Gründe sorgen dafür dass Du Dich nicht verliebst

In den letzten Jahren meiner Tätigkeit als Beziehungscoach für Singles habe ich diese 10 Hindernisse immer wieder gefunden, bei Menschen, die mit dem Problem “Ich kann mich nicht verlieben” zu mir kamen:

 

1. Du wurdest schon einmal verletzt, also bist du jetzt misstrauisch

Wenn jemand schon einmal verletzt wurde oder vielleicht einfach schreckliche Beziehungs-Erfahrungen gemacht hat, ist es oft wahrscheinlicher, dass er sich erneut verletzt. Du hast möglicherweise Angst davor, die gleiche Situation zu erleben, die die Verletzung Deiner Meinung nach verursacht hat.

Und das kann zu einem richtigen Teufelskreis führen:

Du hast Dich verliebt und wurdest enttäuscht. Das hat Dich verletzt und misstrauisch werden lassen. Beim nächsten mal, wo Du verliebt warst, warst Du daher zurückhaltender, vorsichtiger – und wenn du ehrlich bist: Nicht wirklich liebevoll und offen für Deinen neuen Partner und hast eine enge Beziehung eher vermieden. Das hat eine weiter Enttäuschung verursacht.

Jetzt hast Du das Gefühl, dass Verliebtheit für Schmerz, Enttäuschung und Verletzung sorgt. Und wir vermeiden grundsätzlich, was uns schmerzt. Dein Unterbewusstsein hat also eine einfach Lösung gefunden, Dich vor Schmerz und Enttäuschung zu bewahren: Sich nicht verlieben ist also eine Art Schutzmechanismus.

Es kann auch sein, dass Du aus Angst vor Verletzung sehr hohe Ansprüche an Deinen neuen Partner stellst. Nach dem Motto: Meine Beziehung ist gescheitert, weil mein Ex-Partner (meine Ex-Partnerin) dies oder jenes nicht getan hat – das führt dann allerdings häufig zu völlig überzogenen Ansprüchen an einen neuen Partner und so kannst Du Dich dann auch kaum verlieben, weil Du entweder immer Angst vor Enttäuschung hast oder der potentielle Partner Deinen Ansprüchen nicht genügen kann.

Wenn jemand schon einmal verletzt wurde und nicht vollständig “geheilt” ist, schwingt immer diese Angst mit und das macht uns blockiert für die Liebe. Doch wenn Du ganz ehrlich bist: die Liebe selbst war nicht schuld an Deiner Enttäuschung, oder?

Lies dazu auch hier: Seelische Verletzungen heilen

 

2. Deine Familiengeschichte führt dazu, dass Du Dich vor Beziehungen fürchtest

Unsere Familiengeschichte hat viel damit zu tun, wie wir über Beziehungen denken: schreckliche Beziehungs-Erfahrungen kann man nämlich auch in der eigenen Familie erlebt haben. Wenn Du ein Kind bist, legen Deine Eltern die Grundlage dafür, wie Du in Zukunft mit Beziehungen umgehen wirst: Ob Du Dich sicher fühlst oder das unsicher. Ob Du das Gefühl hast, Deinem Partner alles Recht machen zu müssen oder Dir Beziehung sogar wie ein regelrechtes Gefängnis vorstellst. Denn das sorgt dann auch dafür, dass Du Dich nicht verlieben kannst.

Der beste Weg, diese Angst zu überwinden, besteht darin, Deine Familiengeschichte zu ändern und neue Muster zu schaffen. Wenn wir anfangen, aus unserer Vergangenheit zu heilen, werden die neuen Muster viel besser sein als das, was wir vorher hatten.

Viele Menschen, die sich nicht verlieben können, haben in Wahrheit Angst sich zu verlieben, weil sie fürchten, ihre eigene Kindheit zu wiederholen. Sie wollen sich selbst heilen, bevor sie andere heilen können.

Lies dazu hier: Welchen Einfluss haben die Eltern auf Liebe und Beziehung?

3. Du suchst die falsche Person für eine liebevolle Partnerschaft

Sobald Du einen potentielle/n Partner/in gefunden hast, musst Du herausfinden, ob er/sie zu Dir passt. Selbst wenn zwei Menschen ähnliche Interessen haben, können sie in einer Beziehung möglicherweise immer noch nicht gut zusammen funktionieren: Introversion und Extroversion sind nur einer von vielen Faktoren, die zur Kompatibilität beitragen können.

Solche Beziehungen können schwierig sein, da Introvertierte und Extrovertierte sich in der Art und Weise unterscheiden, wie sie Informationen kommunizieren und verarbeiten, weshalb es wichtig ist, diese Unterschiede zu berücksichtigen. Wenn einer oder beide Partner introvertiert sind, können einige ihrer Bedürfnisse in der Beziehung möglicherweise nicht erfüllt werden, da Introvertierte Zeit für sich allein brauchen, um sich nach dem Sozialisieren aufzuladen, während Extrovertierte von sozialer Interaktion leben.

Es ist ist nicht selten, dass wir uns zum Beispiel jemanden suchen, der uns „besser machen“ soll – geringes Selbstwertgefühl ist hier eine große Falle, die jede Form von Liebe schon beim ersten Treffen im Keim erstickt. Viele Singles haben eine Art „Liste“, was der potentielle Partner alles sein soll.

Und das hat natürlich auch einen Einfluss auf das Verlieben: Verliebtheit entsteht unbewusst – und wer die „Liste abhakt“ kann sich nicht verlieben.

Lies dazu auch: Warum verliebt man sich? 7 Fakten, wie und warum wir uns verlieben

 

 

4. Dein Selbstwert ist zu niedrig

Dien Angst, nicht gut genug zu sein, ist eine weit verbreitete Überzeugung, die ganz vielen Menschen zu schaffen macht. Sie kann auch dafür sorgen, dass Du Dich nicht verlieben kannst:

Viele Menschen glauben aus Erfahrungen ihrer Kindheit, dass sie „leisten“ müssten, um geliebt zu werden. Sie haben den Eindruck, dass sie vom potentiellen Partner „gemessen“ werden und besonders klug, schön oder reich sein müssten, um sie ganz lieben zu können. Diese Angst sorgt dann häufig dafür, dass man sich in der Liebe nicht fallen lassen und dementsprechend auch nicht verlieben kann.

Es ist eine gute Idee, einige Zeit damit zu verbringen, mit sich selbst in Kontakt zu treten und herauszufinden, warum Du es verdienst, geliebt zu werden ohne es verdienen (etwas leisten) zu müssen. Wenn Du nicht weißt, wo Du anfangen sollst, beginne Dir eine Liste zu machen mit Gründen, warum Du eine liebevolle Partnerschaft verdienst.

1) Du bist einzigartig – wir alle sind es.

2) Du hast eine ganz besondere Art von Humor

3 … jetzt du!

Lies dazu auch: Bist Du „gut genug“?

 

5. Du fühlst Dich nicht liebenswert

Menschen fühlen sich aus vielen Gründen oft nicht liebenswert: Der Unterschied zum „nicht gut genug“ ist hier, dass der Mensch, der sich nicht liebenswert fühlt, auch glaubt, dass er nichts tun kann, um geliebt zu werden.

Sich nicht liebenswert zu fühlen, beinhalten das Gefühl oder auch die Erwartung, dass Dein Partner sich nicht um Dich kümmert, dass Du Dich müde und ausgelaugt fühlst oder das Gefühl, dass Deine Partner Dir gegenüber nicht liebevoll sind (waren). Und dieses Ausgelaugt-sein führt irgendwann dazu, dass Deine positiven Gefühle schwächer und schwächer werden und die Begeisterungsfähigkeit, die es braucht nachlässt. Und so entsteht der Eindruck: Ich kann mich einfach nicht verlieben – weil Du Dich selbst als nicht liebenswert betrachtest und Dir alles mühsam und anstrengend erscheint.

Lies dazu hier: 9 Eigenschaften, die Dich liebenswert und „beliebt“ machen

 

6. Du hast Angst vor Bindung oder Intimität

Viele Singles haben Überzeugungen über Bindung oder Intimität gelernt, die sie davon abhalten, jemand anderen wirklich an sich heran zu lassen. In manchen Fällen liegt es auch einfach daran, dass man glaubt, wer X Jahre alt ist und noch keine sexuelle Erfahrung hat, mit dem stimmt etwas nicht. Interessanterweise glauben das die Betroffenen mehr, als die Menschen, die sie kennen lernen. Junge Frauen lernen oft immer noch, dass sie sich nicht auf Männer einlassen sollen – und im Rahmen von Sicherheitsmaßnahmen gegen sexuelle Übergriffe, ist das ja auch durchaus vernünftig: „Lass Dich nicht so schnell auf einen Mann ein“ ist ja durchaus eine schöne praktische Regel. Es gibt jedoch offenbar immer noch die Ansicht, dass gerade jüngere Männer sich doch „die Hörner abstossen“ sollten, während bei jungen Frauen die Jungfräulichkeit mariengleich zum Statussymbol erhoben wird. Dies verursacht unter Umständen dann nicht nur geringes Selbstwertgefühl, sondern auch Ängste vor Intimität.

Bei Männern wird diese Angst sogar noch geschürt durch starken Porno-Konsum – denn was der Porno nicht vermitteln kann, ist genau das: Nähe und Intimität. Durch die Verbindung von schneller Befriedigung, Adrenalin und Scham oder sogar Schuldgefühlen, werden viele jüngere Männer in ihrer persönlichen Entwicklung gebremst, was ihren Umgang mit echten Gefühlen angeht.

Wer glaubt, er kann sich nicht verlieben, ist häufig mit hinderlichen Überzeugungen unterwegs und hat Angst vor etwas, nach dem er sich in Wahrheit sehnt.

Einen „besten Rat“ kann man hier vermutlich nicht geben aber einen grundsätzlichen Hinweis: Wir können Angst durch Erfahrung überwinden.

Wenn wir einer Emotion ausgesetzt sind, lernt unser Gehirn, dass es sicher ist und wird mit der Zeit weniger Angst davor. Der Schlüssel ist, uns allmählich den Dingen auszusetzen, vor denen wir Angst haben. Wir können damit beginnen, sie uns vorzustellen, dann darüber zu lesen und sie schließlich im kleinen Rahmen zu erleben. Du solltest nicht zu streng mit Dir selbst sein, wenn Dir das, was Du erlebst, nicht gefällt: Sei stattdessen einfach geduldig und vertraue dem Prozess.

Mission Liebe

Dieser Intensiv-Workshop hilft Dir zu verstehen, warum es in Sachen Liebe und Beziehung bei Dir in der Vergangenheit schlecht gelaufen ist – und wie Du das veränderst. 

In den 3 Workshop-Tagen wirst Du die Zusammenhänge zwischen Deiner Kindheit und Deinem Liebesleben verstehen. Du lernst in nachvollziehbaren Schritten, Deine emotionalen Wunden zu heilen und Deinen inneren emotionalen Kompass neu auszurichten, so dass Du passende Partner/innen erkennst und anziehst und liebevolle, dauerhafte Beziehungen etablieren kannst.

Zu den Infos und Terminen

 

7. Du suchst jemanden, der alles andere als dein Typ ist

Du hast vielleicht eine Vorstellung von Deiner Zukunft und Du weißt genau, was Du Dir wünschst. Dann hast Du Dir überlegt, welche Art Partner (oder Partnerin) zu dieser Wunschvorstellung passt und Du machst Dich auf der Suche, nach der Liebe für’s Leben.

Allerdings suchst Du die Liebe für ein Leben, dass Du später mal haben willst – und nicht für das Leben, das Du gerade führst. Es könnte auch sein, dass Du jemanden suchst, der eher den Vorstellungen Deiner Eltern (oder einem Elternteil) entspricht und man Dich „gut beraten“ hat, wer zu Dir passt. Doch diese Person löst eben nichts in Dir aus, weil das in Wahrheit nicht ist, was Du brauchst.

Selbst wenn Du so jemanden findest, kann es gut passieren, dass sie (oder er) sich nicht in Dich verliebt (denn man kann sich ja nur in Dein aktuelles Ich verlieben – nicht in Deine Vision von Dir selbst in 10 Jahren oder in die Vorstellung Deiner Eltern). Oder aber, es ist alles perfekt und Du musst Dich plötzlich fragen: „Warum verliebe ich nicht nicht in sie / ihn?“

Wenn Du Dich nicht verlieben kannst: Wir sollten nicht versuchen, jemanden zu finden, der genau unserer bewussten Beschreibung entspricht, nach der wir suchen, denn dies führt uns nirgendwo hin. Wir sollten Zeit damit verbringen, mehr zu erforschen und unseren Geist für neue Möglichkeiten zu öffnen.

 

8. Es gibt keine Zeit, sich zu verlieben

Ich treffe in meiner Tätigkeit als Beziehungscoach nicht wenige Menschen, denen fehlt schlichtweg die Zeit, sich zu verlieben! Sie selbst, ihre Bedürfnisse und ihre private Zukunft haben keine Priorität in ihrem Leben, weil sie sich auf ihre Karriere oder einfach nur ihren Job oder ihre (Herkunfts)Familie fokussiert haben.

Bei manchen Menschen ist das Leben so ausgefüllt mit Hobbys, ehrenamtlichen Tätigkeiten, Beruf und Familie, dass sie innerhalb von sechs Wochen kaum zwei Termine für ein Date mit einem potentiellen Partner unterbringen können.

Da müsste man sich also durchaus gar nicht fragen „Warum kann ich mich nicht verlieben“, sondern viel eher: „Wozu will ich überhaupt eine Partnerschaft?“ Wenn Du in Deinem Leben überwiegend glückliche Zeit mit all diesen Dingen verbringst, könnte es sein, dass Partnerschaft aktuell gar nicht relevant ist. Wenn Du allerdings merkst: Ich habe mich einfach „in die Arbeit hineingebohrt“ und Du wünschst Dir die Liebe, dann wird es Zeit, dass Du Dir auch für die Liebe ganz bewusst Zeit nimmst und Deinen Lebensstil veränderst.

 

9.Du hast noch nicht die richtige Person gefunden

Du hast noch niemanden kennengelernt, der bereit und geeignet ist für eine Partnerschaft mit Dir. Das allerdings hat ganz häufig auch damit zu tun, dass Du bisher nichts getan hast, um jemanden kennen zu lernen, der wirklich zu Dir passt. Und damit meine ich nicht unbedingt, dass Du nicht Menschen triffst oder dass Du nicht datest: Viele eher, dass Du Dich und wie Du wirklich bist vielleicht bisher gut versteckt hast.

Wenn man Dich nämlich nicht kennen lernen kann, kann man sich auch nicht in Dich verlieben und auch Du kannst Dich nicht verlieben, wenn Du die ganze Zeit damit beschäftigt bist, Dich zu verstecken.

Lies dazu hier: „Warum bin ich Single?“ Willst Du es wirklich wissen?

10. Du hast die falschen Erwartungen, wie sich Verliebtheit anfühlen soll

Verliebtheit ist eine intensive Emotion, die wir erleben, wenn wir in jemanden vernarrt sind. Es wird normalerweise als starkes Gefühl der Anziehung zu einer bestimmten Person bezeichnet. Es kann uns euphorisch und glücklich machen, aber es kann uns auch langfristig verwundbar machen.

Das Bedürfnis nach Liebe ist bei allen Menschen da, aber die Art und Weise, wie wir uns verlieben, ist nie gleich: Es gibt viele verschiedene Arten, sich zu verlieben. Es kann durch die Augen geschehen, durch ein Geräusch, durch das Lesen über jemanden oder durch das tatsächliche Treffen. Wer z.b. in seiner Jugend das erste mal stark verliebt war und das auf eine bestimmte Weise geschah, der erwartet genau das immer wieder und es fühlt sich nicht wie Verliebtheit an, wenn etwas fehlt, das beim ersten mal da war.

Vielleicht stimmt es also gar nicht, dass Du Dich nicht verlieben kannst – vielleicht erwartest Du nur ein bestimmtes Gefühl, dass sich heute aber nicht mehr so anfühlt? Das könnte sein…

 

Wenn du dein wahres Selbst findest, kannst du besser verstehen, in wen du dich das nächste Mal verlieben möchtest

Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker Erik H. Erikson hat sich gemeinsam mit seiner Frau, der Erzieherin Joan Serson den Fragen „Wer bin ich?“ und „Was sind meine Gefühle und Überzeugungen?“ beschäftigt und daraus ein Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung erdacht, das ich sehr hilfreich finde:

Im Alter zwischen ca. 26 und 40 Jahren ist eine gut integrierte Persönlichkeit wichtig für die Intimität mit einer Person, andernfalls hat dies zufolge, dass bei den Betroffenen die Angst auftaucht sich in intimen Beziehungen und sich in einer anderen Person zu verlieren. Genau das führt dann eben auch zur Angst vor dem Verlieben (oder Verliebtsein).

Wenn die Identität eines Menschen nicht gut genug verankert ist, führt dies ganz häufig zu Bindungsangst. Wenn eine enge Beziehung ohne diese Angst möglich ist, steht der Entwicklung zu einer „wir-Gruppe“ nichts im Weg.

Es entstand daraus sogar die Idee, sich in einer anderen Person zu verlieren, um überhaupt herauszufinden, wer man ist und sein möchte. Wenn sich jemand in einer anderen Person verliert, kann das heißen, dass er die Identität eines anderen möchte, aber wahrscheinlich auch seine eigene Identität braucht.

Ein spannender Gedanke, oder?

Haruki Murakami schreibt in seinem Roman „Naokos Lächeln: Nur eine Liebesgeschichte“ von einer 27-jährigen Frau, die in ihren Chef verliebt ist. Sie lernt ihn kennen und verliebt sich sofort in ihn.

„Du fühlst dich nicht bezaubernd und kannst dir daher nicht vorstellen, dass dich jemand liebt“, sagte sie. Sie hatte lange überlegt, ob sie sagen sollte, was sie als nächstes sagen würde, aber wenn sie diese Gelegenheit verstreichen ließ, würde sie nie wieder kommen, also sagte sie: „Es gibt unzählige Menschen auf der Welt, die fühlen sich wie du! Aber das bedeutet nicht, dass sie hoffnungslos sind – diese Menschen leben weiter, ohne jemals ihre andere Hälfte zu treffen, aber sie sind immer noch glücklich.”

 

 

Fazit: Warum man sich nicht verlieben kann

 

Fast immer sind wir selbst es, die dafür sorgen, dass wir uns nicht verlieben können, indem wir auf eine Art davon überzeugt sind, dass Verlieben gefährlich oder schädlich sei oder dass das, was der Verliebtheit folgt, nicht gut für uns wäre.

Meine Erfahrung zeigt: Je neugieriger wir sind und je mehr wir bereit sind auszuprobieren (auch das, was nicht „sicher“ ist), umso mehr finden wir heraus, was wir mögen und können (und umso mehr können wir meistens auch).

Sich zu verlieben muss auch nicht immer direkt heißen, mit jemandem eine Beziehung einzugehen: Manchmal kann es ja auch einfach sehr schön sein, verliebt zu sein. Eine Partnerschaft ist nicht immer eine zwangsläufige Folge einer Verliebtheit!

Lies dazu auch: Warum wir häufig nicht zeigen, dass wir auf jemanden stehen